[REC] 2 – Der Horror ist zurück

2008 schufen die jungen spanischen Regisseure Jaume Balagueró und Paco Plaza mit [REC] einen echten Horrohit und brachten somit das gesamte Genre in Aufruhr. Mit einer Handkamera bewaffnet liefen junge Leute in einem großen Gebäude vor hungrigen Zombies davon. Das Konzept war ebenso einfach wie innovativ. So dauerte es auch nicht lange, bis Hollywood mit „Quarantäne“ seine Adaption des Stoffes auf die Leinwand brachte. Aber auch eine Fortsetzung des Originals war nach dem Erfolg zwingend notwendig, weshalb Jaume Balagueró und Paco Plaza wieder auf dem Regiestuhl für [REC]2 Platz genommen haben.

[REC]2 setzt geschichtlich unmittelbar dort an, wo Teil 1 aufhörte. 70 Minuten sind seit der Geschichte des ersten Teils vergangen. Das Kamerateam, die Feuerwehr und die Bewohner des ersten Teils sind irgendwo in dem Gebäude entweder tot oder verschollen. Eine Polizeisondereinheit soll nun das hermetisch abgeriegelte Gebäude betreten und mit der Hilfe des Mediziners Dr. Owen (Jonathan Mellor) ein Gegenmittel gegen die Seuche finden, bevor diese sich verbreiten kann. Doch was die Truppe in dem Haus vorfindet, übersteigt jede Vorstellungskraft.

Vorallem der Stil des ersten Teils wurde von den beiden Regisseuren weitergeführt. Wer also Probleme mit Wackelkameras hat, der sollte um [REC]2 einen großen Bogen machen. Diese Idee wird in Teil 2 sogar noch verfeinert, das SWAT-Team hat Helmkameras und so kann munter zwischen einzelnen Perspektiven gesprungen werden und wirklich alles aus der Nähe gezeigt werden. Kombiniert wird dies im zweiten Teil mit einer weitergehenden inhaltlichen Tiefe. War im ersten Teil noch unklar, woher das Virus kommt und wieso plötzlich alle zu Zombies werden und sich gegenseitig auffressen wollen, liefert uns die Story in Teil 2 die ersten Erklärungen. Neu ist auch, dass mehrere Handlungsstränge parallel verlaufen, so sehen wir neben dem SWAT-Team auch eine Gruppe Jugendlicher, die sich aus Neugierde ins Haus schleicht.

Jaume Balagueró und Paco Plaza gelingt es, die Achterbahnfahrt der Angst, die bereits im ersten Teil durch geringe Licht- und Schatteneffekte und eine außergewöhnliche Geräuschkulisse hervorragend transportiert wurde, 1:1 in den zweiten Teil zu überführen. Wieder wird sich der geneigte Zuschauer bei der ein oder anderen Szene in den Sessel pressen, die 85 Minuten Laufzeit sind einfach höllisch spannend. Die Figuren hingegen bleiben blass, das SWAT-Team ist unter den Helmen vergraben, wenn sie nicht gerade von Zombies gefuttert werden. Lediglich Dr. Owen als zwielichtiger Charakter sticht heraus. Dies hat in Teil 1 mit den skurrilen Bewohnern des Hauses besser funktioniert. Aber wenn man die Sache ehrlich betrachtet, kommt es in einem solchen Film auch nicht unbedingt auf die Charakterzeichnung an, der Film ist trotzdem extrem packend.

Im Vordergrund des zweiten Teils stehen die Mysterien um Niña Medeiros. Die Story macht einige überraschende Wendungen, die Medienkritik des ersten Teils steckt dementsprechend zurück. Trotzdem ist [REC]2 ein überaus unterhaltsamer und packender Film geworden, den man jedem Horrorfan ans Herz legen darf. Den Vergleich zum ersten Teil muss dieser Film nicht scheuen. Die Regisseuren werkeln nach dem anhaltenden Erfolg bereits an einem weiteren Sequel und an einem Prequel, man darf also gespannt sein, wie die Geschichte weitergeht.

Fazit: [REC]2 ist eine höllisch spannende Achterbahnfahrt der Angst. Für Horrorfans nach dem ersten Teil ohnehin ein Muss.

Daher :

Meine Wertung: 4/5

[REC] 2 , Spanien 2009, Regie: Jaume Balagueró und Paco Plaza, FSK 16

Trailer:

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